Lagebericht Zimmerer: Holzbauquote bei Wohngebäuden steigt 2026

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Inhaltsverzeichnis

Auch in einem gesamtwirtschaftlichen schwierigen Umfeld und der Krise im Wohnungsbau behauptet sich das Zimmererhandwerk weiterhin stabil und kann für 2025 sogar gegen den Trend im Bauhauptgewerbe steigende Umsätze vermelden. So lag der Umsatz 2025 erstmals über der Schallmauer von zehn Milliarden Euro, was einem soliden Plus gegenüber dem Vorjahr von 2,9 Prozent entspricht. Ein Grund dafür ist sicherlich, dass die Holzbauquote im Neubau von Wohnungen und Nichtwohngebäuden Jahr für Jahr weiter steigt. Es sind also erfreuliche Zahlen, die Holzbau Deutschland im jüngst veröffentlichten Lagebericht Holzbau 2026 vorgelegt hat.

Mehrere Holzstühle und Tische stehen in einem modernen Raum mit großen Fenstern und schrägem Dach, viel Tageslicht fällt herein.
Blick in den Gemeindesaal in Legau in kompletter Holzbauweise. (Foto und Titelbild: David Matthiessen)

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Spürbar schlechtere Zahlungsmoral öffentlicher Auftraggeber

Bei den Auftraggebern bleiben private Bauherren mit einem Anteil von 71 Prozent weiter die wichtigste Kundengruppe. Gewerbliche Auftraggeber machen einen Anteil von 18 Prozent des Umsatzes aus, während öffentliche Auftraggeber bei elf Prozent liegen. In den Rückmeldungen aus der Konjunkturumfrage von Holzbau Deutschland berichten einige Betriebe über eine spürbar schlechtere Zahlungsmoral öffentlicher Auftraggeber und erwägen daher einen Rückzug aus den entsprechenden Ausschreibungen. Zusätzlich wird die mangelnde Qualität von öffentlichen Ausschreibungen im Holzbau kritisiert, die durch fehlendes Wissen oder unzureichend klare Formulierungen Mehraufwand und zusätzliche Kosten in den Betrieben verursachen.

Sanierung bleibt der wichtigste Auftragsbereich

Was die Tätigkeitsfelder angeht, sind die meisten Zimmererbetriebe im Neubau, Ausbau sowie in der Sanierung von Ein- und Zweifamilienhäusern sowie kleineren Zweckbauten aktiv. Die Umsatzverteilung nach Leistungsbereichen blieb weitgehend stabil. Der Bestandsbau behauptete sich mit 45 Prozent als deutlich wichtigster Bereich, gefolgt vom Neubau mit 19 Prozent und vom leicht rückläufigen Holzhausbau mit 17 Prozent. Der Zweckbau legte auf elf Prozent zu, die Restaurierung stieg auf sieben Prozent und der Ingenieurholzbau sank auf ein Prozent.

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Anteil größerer Zimmereien steigt beständig

Die Anzahl von größeren Betrieben ab 50 Beschäftigten hat sich in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdoppelt. Somit gewinnen diese Betriebe an Bedeutung, ohne dass sich die Branche insgesamt von ihrer kleinteiligen Struktur und Tradition entfernt. Vielmehr entsteht dabei laut Holzbau Deutschland ein Nebeneinander aus kleineren regionalen Betrieben und wachsenden größeren Einheiten. Die Durchschnittsgröße lag 2025 bei 6,2 tätigen Personen, was in etwa der im Dachdeckerhandwerk entspricht.

Vorsicht vor zu schnellem Wachstum

Eine zu rasche Skalierung von traditionell familiengeführten Holzbauunternehmen zu stärker industriell geprägten Strukturen mit eigener Vorfertigungsproduktion betrachtet Holzbau Deutschland mit Vorsicht. „Denn die Abhängigkeit von der konjunkturellen Entwicklung im Neubau steigt deutlich. Häufig fehlt schnell expandierten Unternehmen die notwendige Flexibilität, sich Marktveränderungen entsprechend anzupassen. Im Gegensatz dazu können Unternehmen kleinerer und mittlerer Größenordnung problemlos zwischen Neubau und Bestandsbau wechseln, wenn Kapazitäten freiwerden“, erklärt der Vorsitzende Peter Aicher.

Bürokratische Hürden bei Förderprogrammen

Mit Sorge betrachten die Zimmerer Unsicherheiten bei der Finanzierung von Förderprogrammen wie „KfW“ und „BAFA“. Betriebe beobachten laut Konjunkturumfrage, dass Bauherren ihre energetischen Ziele absenken, da sie hohe Anforderungen und Kosten befürchten. Diese Befürchtungen sind jedoch im Bereich des Holzbaus überwiegend unbegründet, da die Branche sowohl die energetischen Anforderungen als auch die damit verbundenen Standards problemlos erfüllen kann, ohne signifikante Mehrkosten. Eine bessere Förderung könnte gezielt Anreize schaffen, höhere energetische Standards zu realisieren.

24,4 %

Holzbauquote bei Wohngebäuden steigt 2026 weiter an

Holzbauquote: Einfamilienhäuser mit höchstem Zuwachs

Bei den über Jahre rückläufigen Baugenehmigungen im Wohnungsneubau zeichnet sich 2025 eine Erholung ab. Im Jahr 2025 wurden 24,4 Prozent der genehmigten Wohngebäude in Holzbauweise errichtet, ein neuer Höchststand gegenüber dem Vorjahr mit 24,1 Prozent. Dabei verzeichnen die Eigenheime den deutlichsten Zuwachs. Auch bei den Nichtwohngebäuden bleibt die Holzbauquote mit 24,9 Prozent auf hohem Niveau, geht aber leicht um 0,5 Prozent zurück.

Deutlicher Anstieg bei Auszubildenden

Nachdem es bei den Zimmerern 2024 einen Rückgang bei den Ausbildungszahlen gab, konnte sich Holzbau Deutschland 2025 über einen starken Anstieg um 6,4 Prozent auf 9082 Lehrlinge freuen. Damit stellen die Zimmerer weiter die größte Ausbildungsgruppe im Bauhauptgewerbe. Erfreulich ist, dass auch der Frauenanteil bei den Auszubildenden im Zimmererhandwerk kontinuierlich steigt. Er lag 2025 bei 6,4 Prozent, das sind erneut 0,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Peter Aicher: „Das unterstreicht die wachsende Attraktivität des Zimmererhandwerks für junge Frauen.“

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