Michael Pesl GmbH: leistungsstarke Spenglerei als Aushängeschild
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Die Michael Pesl GmbH aus Putzbrunn bei München, Mitglied der Dachdecker-Einkauf Süd eG, wird von zwei Brüdern mit großer Energie und dem starken Willen, sich weiterzuentwickeln, geführt. Das trägt Früchte, auch in Form besonderer Projekte, gerade in der Spenglerei.

Der Vater musste überschuldeten Betrieb übernehmen
Um zu verstehen, wie Spenglermeister Michael Pesl die Familientradition sehr erfolgreich fortgesetzt hat, braucht es einen Rückblick auf die Firmengeschichte. Opa Karl gründete den Betrieb 1958. Als er 1996 plötzlich starb, musste Vater Herbert Pesl Knall auf Fall übernehmen. Erst da wurde ihm klar, dass der Betrieb komplett überschuldet war. „Er hat aber keine Insolvenz angemeldet, sondern gesagt, er würde das schaffen“, erinnert sich Michael Pesl. „Über die Jahre hat er das teuer bezahlt. Es ging nur um Liquidität, der Betrieb stand immer mit dem Rücken zur Wand.“ Michael Pesl und seinen Bruder Christian hat diese Erfahrung geprägt.
Große Energie und starker Wille
So stieg Michael Pesl auch – nachdem er den Spenglermeister und Betriebswirt im Handwerk absolviert hatte – nicht in den Betrieb des Vaters ein, sondern gründete 2006 eine Einzelfirma, die später zur heutigen Michael Pesl GmbH umfirmiert wurde. Er wollte bei null starten, ohne drückende Schulden, und zudem den Betrieb auf seine Weise führen, „professionell, sachlich“, wie er es selbst beschreibt. Wohingegen der Vater eher ein emotionaler Patriarch war, hart aber herzlich. „Ich wollte nie schreien im Betrieb“, beschreibt Michael Pesl den Unterschied. Was ihn spürbar auszeichnet, ist eine große Energie, ein starker Wille, sein Unternehmen immer besser zu machen, voranzubringen. 20 Jahre nach der Gründung beschäftigt der Spenglermeister rund 45 Mitarbeiter und wirtschaftet sehr profitabel.
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Bruder Christian Pesl setzt Finanzen sauber auf
Seinen Anteil daran hat Bruder Christian Pesl, der 2012 in den Betrieb einstieg. Er arbeitete schon als Schüler auf Baustellen des Vaters mit, später auch nebenbei im Studium der Betriebswirtschaft. Dort war Christian wie die meisten Studierenden an Konzernen orientiert, auch in seinen Praktika. Doch dann wandelte sich seine Sichtweise. Er schätzt inzwischen die Freiheiten und Gestaltungsmöglichkeiten. „Ich habe zunächst die Finanzen sauber aufgesetzt und kümmere mich heute vor allem um die Personalführung“, erläutert Christian Pesl.
Kooperation mit Zimmerei Frank
Befragt nach den Gründen für die positive Entwicklung, spricht Michael Pesl von zwei Sprüngen. Den ersten sieht er 2014 im Beginn der Kooperation mit der Zimmerei Frank, die in der kürzlich gegründeten Marke „das Münchner Dach“ mündet. Beide bringen ihre Kompetenzen in anspruchsvolle Projekte im Denkmalschutz und der Sanierung ein. Der Dachgeschossausbau ist eine der Kompetenzen in der Zusammenarbeit beider Betriebe. „Wir tauschen uns regelmäßig auf Geschäftsführerebene aus, das Verhältnis ist vertrauensvoll, freundschaftlich“, berichtet Christian Pesl.
Zwei Dachdecker im Ort: Kooperation statt Konkurrenz
Pesl bringt sehr leistungsstarke Spenglerei ein
Sein Bruder hebt hervor, wie sehr Pesl von der offenen Kommunikation profitiert, gerade in Bezug auf die betrieblichen Abläufe und die Digitalisierung. „So konnten wir etwa deren digitale Zeiterfassung für unseren Bedarf adaptieren.“ Pesl bringt als Partner eine sehr leistungsstarke Spenglerei ein. „Wir können performen, auch in hoher Quantität, unsere Mitarbeiter sind bestens qualifiziert.“ Hinzu kommt eine eigene Werkstatt mit allen Maschinen, um Bleche vorzufertigen. Etwa zwei Drittel der Aufträge realisiert Pesl im Bereich Spenglerei.


Enge Schnittstellen – kurze Abstimmungswege
Mit der Zimmerei Frank gibt es enge Schnittstellen und kurze Abstimmungswege. „Die Kunden wissen, dass wir zusammen große, komplexe Projekte von den Terminen, der Qualität und dem Know-how aus einer Hand stemmen können.“ Deshalb werden beide Betriebe vielfach gemeinsam gebucht. Profitabel sind die Aufträge für beide Partner – das ist Kooperation auf Augenhöhe. Diese hilft auch in Sachen Auslastung. „Wenn ich über die Zimmerei Frank einen Auftrag erhalte, weiß ich, dass ich den in acht bis zwölf Wochen einplanen kann.“ Zwölf Monate Vorlauf hat die Michael Pesl GmbH aktuell.
Zweite Führungsebene aufgebaut
Den zweiten wichtigen Sprung für die Entwicklung sieht Michael Pesl im Aufbau einer zweiten Führungsebene. „Vorher waren die Strukturen eher hemdsärmelig für einen Betrieb von bereits 25 Mitarbeitern. Wir hatten auf dem Gelände unserer Werkstatt kleine Büroräume und sind 2019 mit dem Büro umgezogen.“ Die neuen knapp 300 Quadratmeter waren anfangs zu groß, aber schon auf Perspektive gedacht. Bei Pesl wird gemacht und dabei etwas gewagt. „Wir wirtschaften sauber und gut, da können wir uns auch Fehler leisten“, erklärt Christian Pesl.
Für zwei Wochen einen Berater ins Haus geholt
„Zuerst dachten wir, dass wir die zweite Ebene auf die Baustellen verlagern können. Aber die Bauleiter waren nicht flexibel genug, nebenbei im Auto alles Wichtige schriftlich zu notieren. Wir haben da Schiffbruch erlitten“, so Michael Pesl. Solche Erfahrungen gehören für ihn dazu, wenn man sich weiterentwickeln will. Die Brüder holten sich für die Umstrukturierung auch für zwei Wochen einen Berater ins Haus, um genau zu ermitteln, wie das Aufgabenprofil der angestellten Meister aussehen soll und wie sich die Abläufe im Betrieb verbessern lassen.
Michael Pesl: „Die Aufgaben im Büro wachsen, wir beteiligen uns an mehr öffentlichen und kirchlichen Ausschreibungen. Bei Aufträgen, gerade im Nachtragsmanagement, muss heute alles schriftlich fixiert, quasi jede Schraube fotografiert werden.“ Hinzu kommt das Thema Wohngesundheit mit dafür sensibleren Kunden. „Wir wollen uns dem Markt stellen und dafür müssen unsere Abläufe State of the Art sein, ohne Wenn und Aber“, erläutert Michael Pesl.

Stammhaus Dallmayr und FC Bayern Welt
Dieser Wille, in allen Bereichen immer besser zu werden, um beste Qualität anbieten zu können, hat sich herumgesprochen im Großraum München oder bis nach Ulm, wo das Team aktuell das Dach des schönen Klosters Wiblingen saniert. „Wir haben tolle Projekte, wie das Stammhaus von Dallmayr in der Dienerstraße oder nebenan in der Münchener City die FC Bayern Welt.“ Auch der berühmte Domberg des katholischen Erzbistums in Freising gehört dazu. Momentan realisiert Pesl eine Schieferdeckung auf der 1898 erbauten Knecht-Villa am Starnberger See.
Ein gut gepflegtes Netzwerk an Bauplanern
Zu den Kunden gehören einerseits wohlhabende Familien, die in München ein Stadthaus haben. Er verfügt zudem über ein gut gepflegtes Netzwerk an Bauplanern. Deren solvente Kunden gehen grundsätzlich von bester Qualität aus und wollen, dass alles reibungslos läuft. „Wir haben dafür die Fähigkeiten, können auch Schiefer decken, was hier in der Region eine Rarität ist. Unsere Mitarbeiter sind freundlich und ordentlich gekleidet, können sich benehmen. Und bei uns sind die Termine heilig“, nennt Michael Pesl Gründe, warum sein Betrieb immer wieder angefragt wird. „Bei den Auftraggebern Kirche und Stadt hingegen müssen wir inzwischen mehr kämpfen um Aufträge. Wir merken, dass sich jetzt Betriebe aus ganz Bayern und sogar aus dem Osten auf Ausschreibungen bewerben.“

Selbstverantwortung und volles Engagement
Die Basis für die Qualität sind gute, engagierte Mitarbeiter. „Ich setze auf Selbstverantwortung. Das ‚Wie‘ der Umsetzung überlasse ich den Teams. Für mich ist das Ergebnis entscheidend“, erklärt Michael Pesl. Wenn er auf die Baustellen kommt, fragt er seine Leute, wie es ihnen geht, wie sie zurechtkommen, mit der Arbeit und auch persönlich. Und bei einer fachlichen Frage kommt eine Gegenfrage: „Wie stellst Du Dir die Umsetzung vor?“ Bruder Christian fügt hinzu: „Was wir erwarten, ist volles Commitment, volles Engagement.“ Er hat sein Ohr häufig bei den Mitarbeitern. „Ich möchte früh mitbekommen, wenn es irgendwo hakt. Ich weiß von den Familien und wo der Schuh drückt.“ Im Umkehrschluss sehen sich die Mitarbeiter als Teil des Ganzen und sind stolz auf den Betrieb.

„Alle Mitarbeiter sollen spüren, dass wir uns als Betrieb auf allen Ebenen entwickeln wollen!“ Michael Pesl
Beim Thema Nachwuchs den Motor angeworfen
Nachwuchs bildet Pesl selbst aus, aktuell gibt es vier Lehrlinge. „Vor sieben Jahren haben wir den Motor angeworfen. Anfangs gaben viele schnell auf, es war ein hoher Durchlauf, heute passt es besser. Bei der Ausbildung braucht es Geduld“, sagt Michael Pesl. Der Betrieb ist mehr in Schulen, auf Messen und Jobbörsen präsent, macht auch Plakatwerbung an S-Bahn-Stationen mit dem Slogan: „Unser Job ist KI-sicher“. „Unsere Stammbelegschaft, das sind Mitarbeiter, die sich bei uns entwickelt haben, die sich mit dem Betrieb identifizieren“, so Pesl. „Da wollen wir mit Azubis ein Teamgerüst nachbauen.“ Dabei sollen die Lehrlinge, wie alle Mitarbeiter, generell spüren: „Wir wollen uns als Betrieb auf allen Ebenen entwickeln!“