Dachdeckermeister Maik Kötter: Das verflixt gute siebte Jahr
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Inhaltsverzeichnis
Vom Schulabbruch zur Selbstständigkeit: Was nach einem steinigen Weg klingt, ist bei Maik Kötter vor allem bestimmt durch den Wunsch nach Selbstbestimmtheit. Der heutige Erfolg gibt ihm Recht. Seit Gründung seines Betriebs, Mitglied der DEX eG, im Jahr 2020 ist er konstant gewachsen und auch das aktuelle Jahr ist bereits voll verplant mit Aufträgen.
Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme als Türöffner
„Ich bin nicht gerne zur Schule gegangen. Mir war aber klar: Ohne Abschluss geht‘s auch nicht.“ Also nutzte Maik Kötter eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme der Agentur für Arbeit und holte nach, was er auf dem konventionellen Weg für sich als nicht passend empfunden hatte. Bei dem dazugehörigen Praktikum kam er dann auch das erste Mal in Berührung mit dem Beruf des Dachdeckers. „Das hat mir so gut gefallen, dass damit die Entscheidung für die Ausbildung gefallen war.“ Maik Kötter zog durch, schloss die Ausbildung ab und war dann als Junggeselle beschäftigt. Am Ziel war er aber noch nicht: Weitere zwei Jahre lang besuchte er Abend für Abend berufsbegleitend die Meisterschule und legte 2019 die Prüfung zum Dachdeckermeister ab.



Selbstständigkeit geglückt
Mit dem neuen Titel entstand auch der Wunsch nach Veränderung und schon 2020 machte Maik Kötter sich mit seinem eigenen Betrieb in Hagen selbstständig. Da war er gerade einmal 25 Jahre alt. „Ja, das war schon auch riskant, ich hatte ein paar hundert Euro in der Tasche, als ich den Betrieb eröffnet habe“, sagt er. Heute beschäftigt er zwölf Leute auf der Baustelle, hat kürzlich eine Assistentin eingestellt.
„Ja, das war schon auch riskant, ich hatte ein paar hundert Euro in der Tasche, als ich den Betrieb eröffnet habe.“
Azubi als Führungskraft aufbauen
Zudem will Maik Kötter im Sommer wieder einen Auszubildenden aufnehmen – auch wenn das Thema schwierig ist. „Die Jungen wollen lieber Influencer auf Instagram oder YouTuber werden. Und auch bei der Verlässlichkeit hapert es, viele sind unpünktlich oder melden sich andauernd krank.“ Umso mehr freut er sich, dass einer seiner Auszubildenden gerade erfolgreich bestanden hat. Ein weiterer ist im zweiten Lehrjahr und wird von Maik Kötter besonders gefördert: „Er wird später den Dachdeckermeister machen und soll bei mir im Betrieb langfristig eine leitende Rolle einnehmen.“
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Ein Team, das passt
Neben dem Nachwuchs beschäftigt Maik Kötter auch einige ältere Mitarbeiter: „Unser Team hat wahrscheinlich einen Altersdurchschnitt von Mitte 30, der älteste Kollege ist 53. Da gibt es aber gar keine Probleme, was den Austausch im Team oder die Hierarchie angeht. Ich bin ein junger Chef, aber man respektiert mich, weil ich was geschafft habe.“ Außerdem achtet Maik Kötter darauf, dass alle Beschäftigten zueinander passen und die Stimmung gut ist.
Deswegen organisiert der Chef auch mehrtägige Ausflüge. So geht es statt auf eine klassische Weihnachtsfeier zum Beispiel drei Tage gemeinsam ins „Tropical Island“, inklusive Ausflug nach Berlin. Zuletzt hat er eine Challenge gestartet: 9000 Follower auf Instagram sollten erreicht werden, wo Maik Kötter mit seinem Team auf humorvolle Weise Einblicke in den Alltag eines Dachdeckerbetriebs gibt. Dann würde er mit dem ganzen Team nach Mallorca reisen und die Kosten für Flüge und Hotel übernehmen. Inzwischen sind es über 9300 Follower und die Reise ist bereits für 1. bis 4. Oktober gebucht.

Stabile Auftragslage
Die Auftragslage lässt das auf jeden Fall zu. Das Jahr 2026, das „verflixte siebte Jahr“, wie Maik Kötter es nennt, ist voll verplant. Zwei große Ziegeldächer von einmal 800 und einmal 900 Quadratmetern werden eingedeckt, außerdem übernimmt der Betrieb viele kleine Reparatur- und Wartungsarbeiten, vor allem an großen Industriedächern. „Im Moment befassen wir uns in erster Linie mit Modernisierungsprojekten. Am meisten Spaß macht das am Steildach, weil da auch mal Herausforderungen lauern, die man nicht vorhergesehen hat.“ Er selbst fährt allerdings nur noch ein-, zweimal pro Monat mit auf die Baustelle; den Rest der Zeit verbringt Maik Kötter in Kundenterminen, schreibt Angebote und Rechnungen – und denkt auch an die gute Sache. Der Tierschutzverein in Hagen wird von ihm jedes Jahr mit einer Spende unterstützt.
Positive Google-Bewertungen extrem wichtig
Die Kunden aus der Region gewinnt er vor allem über Weiterempfehlungen. „Dabei sind positive Google-Bewertungen im Internet für uns extrem wichtig, sie bringen uns die meisten Anfragen ein.“ Auch darüber hinaus gewinnt die digitale Sicht- und Erreichbarkeit immer mehr Bedeutung. „Wir bieten WhatsApp als ersten Kommunikationsweg an, weil ein Anruf für viele inzwischen eine Hürde ist. Stattdessen schreiben sie uns einfach, worum es geht, und wir melden uns dann zurück“, erläutert Maik Kötter. „Das ist ein bisschen wie beim Pizza bestellen, da ruft man auch nicht mehr an.“
Google-Bewertungen über das Business Profil
Damit Ihre Kunden Sie online mit einer Rezension bewerten können, benötigen Sie ein Google-Konto. In diesem können Sie schnell und einfach ein Business Profil anlegen. Letzteres hat den weiteren Vorteil, dass es bei Google inzwischen in der Suche weit oben angezeigt wird. Geben Sie als Beispiel „Dachdecker Hagen“ ein und schauen sie welche Betriebe auf der ersten Seite angezeigt werden.
Mit den Kunden muss es menschlich passen
Wenn dann der persönliche Kontakt hergestellt ist, muss es einfach menschlich passen. „Ich bin kein verklemmter Verkäufer, sondern sehr offen und direkt. Das mögen die Kunden, die sich für eine Zusammenarbeit entscheiden“, berichtet Maik Kötter. „Außerdem wollen sie einen Handwerker, auf den sie sich verlassen können, auch noch in ein paar Jahren. Da kommt mir das Alter zugute. Bei mir macht man sich keine Sorgen, dass ich den Betrieb bald aufgebe, weil ich keinen Nachfolger finde.“ Muss auch keiner, denn Maik Kötter investiert weiter in sich und den Betrieb. Im Moment plant er seine nächste Weiterbildung zum vereidigten Sachverständigen im Dachdeckerhandwerk. Angehen wird er das vermutlich im kommenden Jahr.