Anke Maske: erfolgreiche weibliche Pionierin unter Dachdeckern
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Anke Maske führte seit 2013 als Geschäftsführerin den Landesinnungsverband der Dachdecker in Brandenburg – als erste Frau bundesweit. Noch ein Jahr länger hat sie dieselbe Funktion beim Fachverband Tischler Brandenburg ausgefüllt. Verabschiedet wurde Anke Maske von beiden Verbänden mit einer großen Feier am 31. März, ihrem letzten Arbeitstag. Jetzt ist sie bereits im wohlverdienten Ruhestand und blickt im Interview mit DACH\LIVE zurück auf die Anfänge, auf Meilensteine ihres Engagements, wie die Asbestkrise 2019, und nach vorne auf eine neue Aufgabe als Trauerrednerin. Mit ihr geht eine engagierte Kämpferin für die Interessen des Dachdeckerhandwerks, die etwa gegenüber der Landespolitik verbindlich, hart und erfolgreich zu verhandeln wusste.
Wie war es so auf der Dach+Holz 2026 bei Ihrer Abschiedsrunde?
Ich wurde viel angesprochen und die meisten sind traurig, dass ich aufhöre. Ich bin sehr dankbar für die Wertschätzung. Bevor ich Geschäftsführerin wurde, hatte ich aus anderen Gewerken gehört, dass die Dachdecker besonders seien. Es ist tatsächliche eine Familie, so wie ich es erlebt habe in all den Jahren. Das berührt mich. Ich gehe, wenn es am schönsten ist.

Karsten Kirchhoff, Landesinnungsmeister Dachdecker Brandenburg, Anke Maske, Dirk Spatzier, Landesinnungsmeister Tischler Brandenburg, und Ingo Wilke, stellvertretender Landesinnungsmeister Tischler Brandenburg
Unser Rückblick auf spannende Dach+Holz 2026 für Sie!
Eine Frau unter Männern: Wie sind Sie damals aufgenommen worden?
Am Anfang waren nicht alle überzeugt, dass ich den Job ausfüllen kann. Doch ich bin ja ein Kämpfertyp. Wichtig war für mich, dass mit Landesinnungsmeister Karsten Kirchhoff die Chemie von Beginn an stimmte. Wir haben uns ehrlich ausgetauscht, immer besser kennengelernt und gegenseitig Aufgaben gegeben. Es war schon wie eine kleine Ehe in diesen 13 Jahren.
Was hat Ihnen noch geholfen beim Einstieg?
Als ich kam, gab es schon eine Kollegin im Büro. Andrea Liebke, die im Verband den Bereich Assistenz der Geschäftsführung betreut. Sie verfügt über viel Erfahrung und Wissen und auf sie konnte ich mich verlassen. Das hat mir den Start sehr erleichtert. Ich habe Vertrauen in meine MitarbeiterInnen. Wenn ich eine Woche auf der Messe bin, weiß ich, dass unser Büro ohne mich läuft.

Sie kamen mitten in einer Krisensituation?
Ja, unser Bildungszentrum in Potsdam musste in Insolvenz gehen und die Handwerkskammer übernahm. Doch wir haben langsam aber sicher die Finanzen wieder saniert, auch indem wir neue Innungsmitglieder gewinnen konnten. Zudem gewannen wir Partner aus Industrie und Handel für Projekte und warben einige Fördermittel ein. Für die Azubis haben wir heute wieder zwei sehr gute Bildungszentren mit Potsdam und Cottbus, wo am hochmodernen Lernbauhof 2024 auch die Deutsche Meisterschaft der Dachdecker stattfand.
Was war Ihr Anspruch als Geschäftsführerin?
Ich wollte immer die Interessen des Handwerks vertreten und mit unseren Dienstleistungen dazu beitragen, dass die Betriebe ihre Arbeit auf dem Dach machen können. Das gilt für die Nachwuchswerbung, die Fachregeln oder für die politische Vertretung. So haben wir es 2019 in der Krise um die Asbestentsorgung gegenüber dem Land Brandenburg und dem Entsorger SBB durchsetzen können, dass Dachdecker nach vorheriger Schulung erstmals selbst Asbestproben nehmen konnten. Danach entspannte sich die Lange, auch bei den Entsorgungspreisen.

In unserem Bericht finden Sie alles Wichtige zur Asbestkrise 2019!
Gab es weitere Highlights für Sie?
Sicher unsere neue digitale Azubiplattform, mit der wir die Durchfallquote deutlich senken und die Attraktivität der Ausbildung steigern konnten. Wir sind stolz auf dieses Projekt und auf die in den letzten Jahren stark steigenden Lehrlingszahlen.

Lesetipp: Tablets für Azubis: Digitale Lernplattform der Dachdecker!
Gibt es etwas, was Sie jetzt im Ruhestand angehen wollen?
Ich werde Menschen und Familien als Trauerrednerin begleiten. Dafür habe ich in den letzten Jahren neben dem Beruf eine Weiterbildung absolviert. Der Ausgangspunkt war, dass ich gefragt wurde, ob ich für einen guten, verstorbenen Freund die Abschiedsworte sprechen wollte. Mit meiner Rede am Grab traf ich damals wohl den Nagel auf den Kopf. Die Rückmeldungen waren positiv. Mein Motto als Trauerrednerin ist es, so fröhlich wie möglich zu sein. Denn so wünsche ich mir das auch bei meiner Beerdigung, auf der Tina Turner gespielt werden soll: „Simply the Best“.